Erfolgreiche Begehung der Franzosenroute am Alpamayo!

Info: Alle Bilder gibt es am Ende dieses Eintrages.

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French Direct am Alpamayo

Nach unserer Nacht bei einer peruanischen Familie gab es zu unserer Überraschung sogar noch Frühstück von unserem Taxifahrer, der ganz nebenbei auch noch unser Mann mit den 2 Eseln war (diese sollten unserer Ausruestung in das 23 km tiefer im Tal gelegene Basislager schaffen). 2 Tage sollte es dauern durch das Santa Cruz Tal zu trekken, ehe wir das Basislager auf 4300m erreichten. Unterwegs lernten wir noch 2 Argentinier kennen, die genau den selben Plan hatten wie wir. Unser Plan lautete: 2 Tage bis zum Basislager, dann ins Moränenlager, tags darauf ins Hochlager und am 5. Tag zum Gipfel. Das Wetter war immer noch nicht stabil genug, also machten wir uns auch keinen Stress. So gab es beispielsweise frischen Fisch in Llamacorall nach der 1.Etappe, 12 Soles (=4 Dollar) für 3 Personen und Stefan musste sogar aufgeben ;-) , was viel heisst!

Wie immer kamen wir auch im Basislager erst nach unseren Eseln

an. Dort sahen wir dann nach einem regnerischen Vormittag doch noch die Gipfelwechten des Alpamayo und Quitaraju. Unglaublich beeindruckend diese Bergwelt. Wir hören von umgedrehten Teams von Schneefall, aber trotzdem recht guten Bedingungen in der Wand.

Wir beschliessen noch am Nachmittag einen kleinen Transport ins Moränenlager zu machen, damit wir am nächste Tag nicht die ganzen 25 kg auf einmal tragen müssen. 2h   oder  3h, die Zeitangaben weichen stark voneinander ab. Egal, wir schaffen es in 1h 40min und sind wieder vor Einbruch der Dunkelheit glücklich und ein wenig stolz im Basislager.

Der nächste Morgen ist wolkenlos. Trotzdem maschieren wir erst gegen halb 10 los, um noch das Zelt und die Schlafsäcker zu trocknen. Als wir dann aber trotzdem noch vor 12 h im Moränecamp ankommen, entschliessen wir uns kurzerhand, gleich weiter zum Col aufzusteigen. Der Gletscher war hier nicht mehr ganz so gefährlich wie am Arteson, doch die knapp 55 Grad mit dem Rucksack ins Col sind dennoch ein wenig herrausfordernd. Das Wetter belohnt uns mit den ersten Blick in unsere Wand. Die Gefühle diesen Berg – der schon lange als der schönste Berg der Welt deklariert ist (seit einer Fotoausstellung im Jahre 1966 in Berlin)  mal hautnahe zu erleben – war den Aufwand bereits wert. 15 potentielle Anwärter auf den Gipfel warten im Lager, darunter auch einige die ihre Startzeit geheimhalten, da sie sich dadurch Startvorteile erhoffen (deutsche Nachbar, unter uns).

So sieht man nach einem Kampf aus ;)

So sieht man nach einem Kampf aus ;)

Wir stehen zu unserer Zeit, gegen 2 Uhr früh zu starten. Die Nacht beschränkte sich auf einen dreistündigen Schlaf auf 5500m (wegen der Wasserkocherei am Vorabend). Noch ist niemand unterwegs. Wir sind anscheinend wieder schnell. Eine halbe Stunde statt 1 ½ bis zum Bergschrund. Ich habe das Gefühl, Lichter hinter uns zu sehen, doch ich sollte sie nie wieder sehen. Auch der sternenklare Himmel ist mittlerweile nicht mehr vorhanden. Wir sind immer noch schnell. 2h fuer die ersten 400 Meter (dann folgt der erste Führungswechsel). Doch dann verkoffert sich Manuel in die Falsche Rinne! In der Dunkelheit der Nacht zieht er eine Eisrinne – die mit bis zu 1m mit Schnee gefüllt ist – hoch, bis ihm die Eisschrauben ausgehen. Stef zieht weiter und endet nach langem Gewühle in einer Sackgasse und muss umdrehen. Viel Zeit vergeudet, doch zum Glück sehen wir im Morgengrauen wo wir hin müssen. Von da an gehts nicht nur bergauf, sondern auch in die richtige Richtung. Perfekte Verhältnisse, wäre da nicht dieser Pulverschnee der ständig von oben runterkommt und einem das Atmen teils stark erschwert … Tbloc sei dank … wir kommen schnell voran und finden uns nach schnittigen 6h vom Hochlager (trotz Verhauer) am Gipfel des Alpamayos wieder!

Total glücklich

Total glücklich

Unglaublich! Es war nicht leicht. Doch um so schöner ist es zu wissen, dass wir die einzigen bleiben sollten. Niemand ist uns gefolgt. Der schönste Berg der Welt gehört an diesem Tag dem Alpinteam. Eine Stunde verbringen wir am Gipfel, teils sogar mit Sonnenschein, ehe wir uns wieder in die kalte Wand zum Abseilen begeben. Bis auf 3 Slowenen, die mit uns am Vorabend aufgestiegen sind, ist das Hochlager geräumt. Wir sind müde, doch wir wollen noch eine Nacht hier bleiben und nächsten Tag den Quitaraju versuchen.

Eigentlich sollte es wieder besseres Wetter geben, doch trotzdem schlägt das Wetter am Nachmittag wieder völlig um: starker Schneefall, kaum Sicht. Die Wand ist nun zu lawinengefährdet. Also planen wir den Abstieg am nächsten Morgen mit unseren südlichen Nachbarn, da nun auch die Spuren über den Gletscher zugeschneit sind.

Langsam und mit Geduld schaffen wir es gemeinsam ohne einen Spaltensturz bei diesem schlechten Wetter ins Basislager, wo wir sogar mit Applaus empfangen werden. Welch Ehre! Zu unserem Erstaunen finden wir auch den Amerikaner vom Artesonraju mit seinem Bergführer wieder vor, der uns bei unserer letzten Begegnung das Taxi vor der Nase weggeschnapt hat! Eine Genugtuung fast, ihm hier den Gipfel vor der Nase weggeschnappt zu haben.

Voller Motivation entschliessen wir uns sogar noch am selber Tag, direkt nach Cashapampa abzusteigen. Nur 1 einzigen Esel konnten wir auftreiben, und einen Fuehrer für den es sein erstes Mal war: mit 10 Jahren 2 Jungs aus dem Tal zu begleiten. Er machte seinen Job sehr gut.

Immerhin, nach 2600m Abstieg und 26 km Marsch durch das Santa Cruz Tal sind wir froh, genau mit den letzten Sonnenstrahl ins Taxi nach Huaraz zu steigen, wo wir in trockene Betten fallen.

Unsere Argentinischen Freunde haben wir unterwegs noch im Moränenlager getroffen. Hoffentlich haben sie auch so viel Erfolg wie wir.

4 Responses to “Erfolgreiche Begehung der Franzosenroute am Alpamayo!”

  1. Martin says:

    fät!!

    gratulation jungs! weiter so! und lasst den ami nur gscheid auflaufen. überall sind sie nicht die chefs.

    greetz aus Ktn

  2. Martin says:

    @ manuel!

    rate was ich morgen mache!

    ich grille auf unsrer terrasse für unsre hotelgäste. werd für euch auch a paar kotelletts auflegen. gg

  3. harald says:

    Gratulation-ihr seid doch die wildesten unter der sonne. wir freuen uns sehr für euch, macht weiter so-
    tolle bilder!!

    juha

  4. Nici says:

    hallo ihr zwei!

    schön zu sehen das es euch gut geht und ihr peru in vollen zügen geniest und nur am rum kraxln seids :) die bilder sind unglaublich! muss ein super abenteuer sein!!!!

    ach und manu ich esse heut am vl kirchtag a kote fia di mit :) hoff dos is ok ;) hihihi

    wünsch euch noch viel spass und freu mich schon auf die ganzen erzählungen und bilder :)

    glglgl bussal nici

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