Zinalrothorn – Wallis

Zinalrothorn 4221m

Lage: Wallis,CH

Route: Normalweg, Südostgrat. Aufstieg zur Rothornhütte (~1600 Hm), Gipfeltag (~1000 Hm), Abstieg nach Zermatt (2600 Hm)

Schwierigkeit: II-III

Verhältnisse: Trockener Fels, leichte Neuschneemengen, die jedoch im Abstieg wieder wegschmolzen, im Couloir und der Biner Platte gab es zum Teil noch etwas mehr Schnee, jedoch gut mit Steigeisen zu klettern.

Bilder: Galerie

 

Fast haben wir es in diesem Jahr noch geschafft eine Tour mit allen drei Alpinteam Mitgliedern zu schaffen. Leider konnte Manuel Unterweger diesmal nicht teilnehmen und wir waren in einer bereits vom Matterhorn 2007 bekannten Konstellation unterwegs: Georg, Stefan und ich. Auf Grund des gutes Wetters entschlossen wir uns für das Wallis und dem Zinalrothorn, einem klassischen 4000er in Mitten der schönen Walliser Gipfel. Die Anreise in die Schweiz war für Georg (aus Regensburg) und mich (aus Innsbruck) recht weit und erst spät in der Nacht von Freitag auf Samstag konnten wir in Zürich bzw. Bern schlafen gehen. Treffpunkt war 10h am Samstag bei der Autoverladestelle Kandersteg, von wo es weiter nach Täsch und mit dem Taxi nach Zermatt ging.

Wie vorausgesagt, war der Samstag Vormittag noch etwas regnerisch als wir in Zermatt starteten. Die Sicht war nicht besonders, der Regen nicht intensiv, der Rucksack schwer doch unsere Motivation ungebrochen. Der Zustieg auf die Rothornhütte zog sich in die Länge, doch die Wetterbesserung um Mittag mit Blick auf die Monte Rosa Gruppe lies uns wieder hochleben. Im Trifttal wurde uns gesagt, das noch 2 Bergsteiger aufgestiegen sind. Aber sonst niemand, immerhin hatte die Hütte geschlossen und wir haben auch deshalb einen etwas größeren Rucksack mit dabei: Kocher,Geschirr,Essen. Rund 5h brauchten wir in einem ganz gemütlichen Tempo zum Winterraum. Mit den 2 weiteren Gipfelanwärtern waren somit 4 Ärzte und 1 Meteorologe am Berg unterwegs :) Nach einem ausgiebigem Essen und Wasserzuvor gingen wir gegen halb acht schlafen um um halb 4 wieder aufzustehen.

Die Nacht war sternenklar und wir suchten uns entlang des Rothorngletschers der Felswand entlang bis wir auf eine Stelle

auf im IIer Gelände kamen,rund 1 SL lang um die erste Felspassage zu überwinden. Danach kommt man auf das 1. Schneefeld, dieses leicht nach links hoch ans Ende und wieder auf IIer Gelände. Eine recht schöne Blockkletterei bis man das 2. Schneefeld links vom Grat erreicht. Nach diesem wird nochmals eine kleine Felsstufe überwunden und man kommt auf den unteren Teil des Firngrates der Zum Südostgrat führt. Von hier aus kann man bereits das Couloir erkennen welches schräg nach links durch die Südwand in die Scharte führt wo man auf den Südwestgrat trifft. Im Couloir war genug Schnee um leichter als über Felsen hochzusteigen. Hier haben wir langsam auf die 2 anderen Ärtze ausgeschlossen. Von der Scharte kommt man auf zu den Schlüsselstellen des Zinalrothorns. Der ausgesetzen Biner Platte, welche abschüssig auf die Nordseite abfällt, jedoch gut abgesichert ist. Und am oberen Ende hat man bereits den Gipfel vor Augen. Die Kanzel, das letzte Hinderniss kann gutgriffig rechts umgangen werden, ist jedoch mit rund 700m Luft unter den Füßen ziemlich ausgesetzt. Unsere Variante war direkt über den kleinen Vorsprung zu klettern. Danach steigt man noch in die letzte Scharte unter dem Gipfel ab und kommt auf leichtem Gelände zum Gipfel.

Der atemberaubende Blick auf das Matterhorn mit seiner Nordwand, dem Obergabelhorn, Dent Blanche, Monte Rosa, Dom, Weisshorn lässt alles vergessen. Kurz nach 10:00 standen wir am Gipfel, doch der Genuss dauerte nur kurz. Immerhin mussten wir die 2600m Hm wieder nach Zermatt und zurück nach Zürich und Bern. Der Abstieg gestaltete sich leichter als erwartet. Wir konnten uns ab der Kanzel über die Biner Platte und auch im Couloir abseilen. Nur das erste Stück vom Gipfel und der Beginn des Couloirs (die Querung ins Couloir) mussten wir gehen. Im unteren Teil des Couloirs sollte man jedoch auf Steinschlag aus dem Gipfelbereich achten, denn einmal krachte es ganz ordentlich. Mit etwas schweren Füßen schafften wir es bis kurz vor 15:00 wieder zur Hütte. Wir füllten unsere Reserven auf und packten den Rest zusammen den wir am Vortag hier gelassen hatten, ehe wir in 1:40-1:50 die letzten 1600Hm nach Zermatt marschierten. Und dort angekommen setzte das ersehnte Erholungsgefühl und auch das Glücksgefühl ein. Nach 14 Stunden waren wir somit wieder im Tal und das Wetter begann sich auch wie erwartet zu verschlechtern. Somit konnten wir zufrieden unsere Heimreise antreten. Eine Toptour mit einem super Team und absolut empfehlenswert zu dieser Jahreszeit!

Manu

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