Nachtrag vom Watzmann ;-) (schon fast verjährt)

Der Watzmann ruft!

Der berühmte Blick auf die Ostwand...

.. und endlich folgen wir dem Ruf. Nach einem arbeitsreichen Wochenende in Aldrans, geht’s am Sonntag den 06.09.09 um 13:00 los Richtung Königsee. Dort wartet bereits Heiner (Stefans Vater) auf uns. Das Alpinteam besteht diesmal aus Heiner Zechmann, Stefan Zechmann, Manuel Presser und Stephan Leskowschek.

Mitten in der Wand mit dem Biwak im Hintergrund

Das Nordende des Königsees, lockt mit unzähligen Geschäften und seiner beeindruckenden Naturkulisse Touristen aus aller Welt an. Das Zentrum brodelt wie ein Kessel, bunt gemischt aus Bergsteigern und Tagesausflüglern. Man könnte sogar meinen man befinde sich in Zermatt. Unser Ausgangspunkt soll St. Bartolomä sein. Ein kleines Örtchen, bestehend aus einer Kirche, 2 Souvenirläden und einem Gasthaus, am Westufer des Königsees. Der Königsee stellt auf Grund seiner beachtlichen Tiefe (190m) und seiner steilen felsigen Uferhänge ein á pied fast unüberwindbares Hindernis dar. Lediglich über die Klingeralm (angelich 5h Fußmarsch) und mittels Fähre ist das kleine idyllische Örtchen direkt unter der mächtigen Watzmann Ostwand zu erreichen. Da wir unsere Tour mit ca 14 Stunden Gehzeit einschätzen wählen wir die angenehmere Variante. Wir haben Glück, und erwischen ohne längere Wartezeit die Fähre. An Bord der Fähre unterhaltet uns ein junger Mann mit Allerlei wissenswerten und nicht zu wenig bayrischen Humor.  Höhepunkt dieser Fahrt ist sicherlich das berühmte Echoblasen mit dem Horn. …und dann steht sie plötzlich vor uns! Nicht in ihrer vollen Größe, aber trotzdem gewaltig und atemberaubend- die Watzmann Ostwand.

Die höchste Wand der Ostalpen. 2100hm vom See bis auf den Gipfel. Eingebettet im wunderschönen Berchtesgadener Land, zählt sie sicher zu den absoluten Klassikern der Ostalpen, und gehört somit auch ins Tourenbuch eines jeden wahren Alpinisten.

Auf Grund dessen ist es auch Heiners Wunsch, diese gigantische Wand einmal zu durchsteigen. Eine willkommene Gelegenheit für Stefan, Stephan und Manuel um sich einen weiteren Klassiker der Alpen zu sichern.

Die Routenwahl fällt nach langem hin und her auf den Berchtesgardener Weg 3+. Auch der Kenderbacher Weg wäre sehr reizvoll gewesen, aber der ist Berichten zu folge, nach den Schneefällen der letzten Tage mit Plankeis überzogen.

In St. Bartholomä angekommen, gibts erst mal was zu Essen und dann marschieren die zwei Stef(ph)ans auch gleich noch die ca. 200hm bis zur Eiskapelle am Fusse der Wand, um den Weg für den nächsten Tag abzuchecken. Nach ausgedehntem Routenstudium in den Abendstunden kommen wir schließlich zu Ruhe. Der Schlaf ist  jedoch nur von kurzer Dauer, denn schon um 2 Uhr früh läutet uns der Wecker aus den gemütlichen Betten des Ostwandlagers. Um 3 Uhr brechen wir auf. Voll motiviert und mit flotten Schritten nähern wir uns dem Einstieg der Wand. Wir dürfen keine Zeit verlieren, denn die Wand charakterisiert sich durch ihre schwierige Routenfindung. Von einem Alleingang ohne Bergführer wird dringlich abgeraten. Nach ca 3Stunden Zustieg, der sich als schwierig aber klar und logisch erweist stehen wir endlich im steilen Felsigen Gelände. Wir seilen uns an, füllen unsere Flaschen, an der wahrscheinlich letzten Wasserstelle neu auf und gehen weiter. Läppische 1900hm liegen noch vor uns. „Noamal geh i ned auf den Hügl rauf, da mochma die Überschreitung glei mit, dann könnma des ohackln“

Blick zurück nach St. Bartholomä

Naja warum auch nicht! Wir kommen zur Wasserfallplatte. Diese Kletterei im oberen dritten Schwierigkeitsgrad stellt die erste Klettertechnische Schlüsselstelle dar. Wir lasse diese durchaus anspruchsvolle, weil teilweise nasse Passage hinter uns und stehen vor dem nächsten schwerwiegenderen Problem. Wo geht’s jetzt weiter. Stephan ist sich nach kurzem Überlegen sicher wo wir hin müssen und kurz darauf hängen wir ungesichert in einer 5er Stelle. Wir ziehen uns vorsichtig und ruhig zurück und nehmen die richtige Rinne. Wir klettern über traumhaft verkarstete Kalkplatten hinauf zum Biwak. Unterwegs treffen wir eine Seilschaft, die bereits den 2. Tag in der Wand verbringt. Sie hab sich in der mächtigen Wand verirrt und in einem Biwakloch übernachtet. An der Biwakschachtel rasten wir kurz. Der Berchtesgadener Weg führt uns weiter durch die große Gipfelschlucht und

die zweite etwas happigere Schlüsselstelle (frei im 4. Grad) auf den Gipfelgrat und nach ca 7h Ostwandvergnügen stehen wir auf der 27?? Hohen Südspitze, dem höchsten der 3 Watzmanngipfel. Nebenbei erwähnt ist dies der höchste Berg Deutschlands, dessen Fläche sich allein auf Deutschland beschränkt.

Am Gipfel....  (An dieser Stelle wieder einmal ein herzliches Dankeschön an CARINTHIA)

Wir geniesen den Ausblick auf die übergossene Alm, die Glockner Nordwände und den Dachstein und machen uns weiter auf den Weg. Auf teilweise schneebedeckten Grat und vereisten Felspassagen überschreiten wir den Watzmann mit seinen 3 Gipfeln. Von der Südspitze zur Mittelspitze, zum Hocheck und hinunter zum Watzmannhast. Nach diesen weiteren anstrengenden 4 Stunden legen wir endlich die einschnürenden Klettergurte ab. Vor uns liegen immer noch ???? hm und zig Kilometer Abstieg bis zum Auto. Schlussendlich erreichen wir erschöpft aber doch noch überraschend

fit nach 17 Stunden reine Geh- bzw. Kletterzeit den Parkplatz am Königsee. Wir fallen uns in die Arme und genießen stolz unseren Gipfelerfolg.

....und stink tuans...

Nach ausgiebigen Mc Donalds Essen, um unsere leeren Glykogenspeicher wieder aufzufüllen, trennen sich unsere Wege wieder. Manuel und Heiner fahren zurück nach Kärnten und Stefan und Stephan brechen in die grüne Steiermark auf, wo schon das nächste Abenteuer auf sie wartet.

zur Galerie geht’s hier

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